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Statt des Fachwerkturms wurde Mitte der 60er Jahre ein Satteldach auf den Turmstumpf gesetzt. |
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Turmtreppe |
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Nach Plänen von Baurat Eugen Müschen, Neustrelitz wurde die Kirche 1902 umgebaut: Der Fachwerkturm verlor seine barocke Haube, Altar, Kanzel, Emporen und Orgelprospekt wurden neogotisch gestaltet und die Flachdecke des Chorraums durch ein Kreuzgewölbe ersetzt.
Am 29. April 1945 war es wiederum ein Stadtbrand, der auch die Kirche bis auf die Grundmauern zerstörte. Zum Erntedankfest 1957 konnte sie wieder eingeweiht werden, aufgebaut mit viel Engagement und pragmatischen Lösungen, beispielsweise einer einfachen Holzdecke und einer schlichten Inneneinrichtung. Mitte der 60er Jahre war auch deutlich geworden, dass der Turm nicht wieder aufgebaut werden konnte. Schweren Herzens setzte man über den Feldsteinsockel ein hohes Satteldach. So war das Gemäuer geschützt und die drei neuen Glocken von 1951 und 54 konnten wieder geläutet werden. In die große Glocke waren die aufgefundenen Reste der beim Brand geschmolzenen letzten Woldegker Glocke eingearbeitet worden.
Mit der Gründung des »Vereins zum Wiederaufbau des Kirchturms der St. Petri Kirche zu Woldegk e.V.« im Jahre 1994 begannen die Bemühungen, diese Kriegswunde zu heilen und ein Detail des Stadtbildes wieder erstehen zu lassen. Der Verein unter Vorsitz von Bäckermeister Egon Kandler blieb beharrlich am Ball. So kam schließlich die Finanzierung zustande, an der sich neben Kirchgemeinde und Verein die Landeskirche Mecklenburgs, die Stadt Woldegk und viele Einzelspender beteiligten. Besonders die Fertigung von Namensziegeln und der ›Verkauf‹ von Treppenstufen waren erfolgreiche Aktionen. Rund 675.000 Euro waren aufzubringen. Architekt Ullrich Schmidt, Neubrandenburg projektierte einen Turm, der innen von einer Stahl-Leimholzkonstruktion getragen wird, nach außen aber das traditionelle Fachwerk zeigt. Nach rund einjähriger Bauzeit konnte der Turm am 6. Oktober 2007 auf den Tag genau 50 Jahre nach der Einweihung der Kirche von der Kirchgemeinde in Besitz genommen werden. Der Bau war von einem enorm großen öffentlichen Interesse begleitet worden. Die Entdeckung des mittelalterlichen Turmaufgangs im Gemäuer, das Aufsetzen der separat gefertigten 24 Meter hohen Turmhaube und das Sammeln für den Neuguss der kleinsten Glocke und deren Einholung waren besondere Höhepunkte. Die Turmuhr wurde von einem Unternehmer gespendet (siehe im Einzelnen: Turmtagebuch).
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